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Woher wir kommen – und wohin wir (unbewusst) steuern

Wie unsere Herkunftsfamilie unsere Beziehungen, Partnerwahl und das Familienleben prägt

Die Familie, in die wir hineingeboren werden, hinterlässt Spuren – unausgesprochen, tief verankert und oft weitreichender, als uns bewusst ist. Unsere Werte, unsere Erwartungen, unser Umgang mit Nähe, Konflikten oder Emotionen: All das wird in unserer Herkunftsfamilie grundlegend geprägt.

Doch was passiert, wenn wir selbst Familie gründen – bewusst oder unbewusst mit einem emotionalen Gepäck aus früheren Erfahrungen?

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Beziehungsmuster – ein Echo der Vergangenheit

Unsere frühen Bindungserfahrungen prägen nicht nur, wie wir uns selbst sehen, sondern auch, wen wir anziehen, was wir in Beziehungen erwarten – und was wir für „normal“ halten.

  • Wer z. B. als Kind Zuwendung nur durch Leistung bekam, wird als Erwachsener oft versuchen, Liebe durch Anpassung zu verdienen.

  • Wer emotionale Unzuverlässigkeit erlebt hat, könnte sich zu unsicheren oder ambivalenten Partnern hingezogen fühlen.

  • Wer in ständiger Harmonie leben musste, scheut später offene Konflikte – oder reagiert überempfindlich darauf.


Unsere Partnerwahl ist selten rein zufällig. Vielmehr folgen wir oft einem inneren Drehbuch, das unbewusste Sehnsüchte und ungelöste Themen aus unserer Kindheit widerspiegelt.


Projektion – wenn alte Wunden neue Rollen verteilen

Ein häufiges Phänomen in Beziehungen: Wir projizieren. Das bedeutet, wir übertragen unbewusst alte Gefühle, Erwartungen oder Ängste auf unseren Partner oder sogar auf unsere Kinder.

Beispiele:

  • Wir erwarten von unserem Partner emotionale Sicherheit, die uns als Kind gefehlt hat.

  • Wir reagieren über mit Kontrolle, weil wir einst Haltlosigkeit erfahren haben.

  • Wir sehen in unserem Kind den eigenen „inneren Schwächling“ – und setzen es unter Druck, stark und angepasst zu sein oder überbehüten es


Wenn uns diese Dynamiken nicht bewusst sind, wiederholen wir Muster – oft leidvoll und destruktiv.


Werte, Bedürfnisse und Erwartungen – was wir mitbringen (und oft nicht hinterfragen)

Jede Familie, die wir gründen, ist ein Zusammentreffen zweier Systeme: mit eigenen Werten, Regeln, Glaubenssätzen – und oft gegensätzlichen Vorstellungen davon, was „richtig“ oder „normal“ ist.

Solche Differenzen betreffen u. a.:

  • Erziehungsstile

  • Umgang mit Nähe und Distanz

  • Rollenbilder in der Partnerschaft

  • Konfliktverhalten

  • Kommunikationskultur


Wenn wir nicht reflektieren, was wirklich unsere Werte sind – und was nur Übernahmen aus der Herkunftsfamilie, kann es zu Missverständnissen, Reibung und starren Erwartungen kommen.


Was passiert, wenn alte Wunden unbearbeitet bleiben?

Unverarbeitete Kindheitserfahrungen wirken oft wie ein „unsichtbares Drehbuch“ in unserer Familie:

  • Fehlende Selbstregulation in Konflikten

  • Überforderung oder Überkontrolle in der Elternrolle

  • Emotionales Ausagieren alter Themen – auf falsche Adressaten

  • Unbewusste Weitergabe von schädlichen Mustern an die nächste Generation


Das Risiko: Wir erschaffen ein Familiensystem, das uns selbst und unseren Kindern nicht wirklich entspricht – sondern alte Muster wiederholt.


Bewusstsein schafft Veränderung

Die gute Nachricht: Unsere Vergangenheit bestimmt uns nicht – es sei denn, wir machen sie unbewusst zur Gegenwart.

Der erste Schritt ist, innezuhalten und zu fragen:

  • Welche Prägungen aus meiner Kindheit trage ich in meine Familie?

  • Welche Erwartungen sind wirklich meine – und welche habe ich übernommen?

  • Wovor will ich meine Kinder eigentlich bewahren? Und warum?


  • Was wünsche ich mir wirklich – jenseits von alten Rollenbildern?


Familienentwicklung beginnt mit Selbsterkenntnis

Indem wir unsere Herkunft reflektieren, lernen wir, unser Familiensystem bewusst zu gestalten – nicht nur zu wiederholen. Wir können Beziehungen neu verstehen, Konflikte konstruktiver lösen und Kindern ein Umfeld schaffen, das nicht frei von Fehlern, aber frei von unreflektierten Altlasten ist.

Fazit: Wir kommen aus der Vergangenheit – aber wir gestalten die Zukunft

Was wir über Liebe, Nähe und Verantwortung gelernt haben, wurde uns einst beigebracht. Doch was wir weitergeben, liegt in unserer Hand.

Familie kann ein Ort der Heilung und des Wachstums sein – wenn wir bereit sind, unsere Geschichte anzusehen und neue Wege zu gehen.

 
 
 

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